Das große Fressen

Der steinige Weg aus der Magersucht

In Fachliteratur zum Thema Magersucht heißt es oft, der Ausstieg aus der Essstörung erfolge im Gegensatz zum Einstieg bewusst. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei mir war das etwas anders. Es kommt mir so vor, als habe die Krankheit mich aufgegeben und nicht ich sie. Die Magersucht hat ihre „Funktion“ verloren und mich verlassen – sie versucht es zumindest.

Irgendwann war es mir einfach nicht mehr möglich, meine gewohnten, verrückten Strategien und Ernährungspläne ein- und durchzuhalten. Ich war am Ende meiner Kräfte. Die Selbstkasteiung, die ich mir verordnet hatte, war nicht mehr zu ertragen. Ich empfand diese Tatsache nie als Zeichen der Schwäche, was mich selbst hin und wieder wundert. Denn eine Magersucht „durchzuziehen“ erfordert sehr viel Stärke, Disziplin und vor allem: Kontrolle.

Kontrolle ist wohl für die meisten, die an dieser Krankheit leiden, das zentrale Thema. Der unbedingte Wunsch, das eigene Leben im wahrsten Sinne des Wortes unter Kontrolle zu bringen, öffnet der Magersucht Tür und Tor. Denn wir alle wissen: Das Leben steckt voller Überraschungen und bei weitem nicht alle davon sind freudiger Natur. Bei mir begann die ganze Scheiße, als 2014 zuerst mein Vater an Krebs verstarb und sich sechs Wochen später meine Mutter das Leben nahm.

Und hier gebe ich all den schlauen Büchern Recht: Ich kann weder sagen wann noch in welcher Form die zwanghafte Kalorienreduktion ihren unrühmlichen Anfang nahm. Als ich mich selbst dabei ertappte, wie ich für einen gewöhnlichen Einkauf sage und schreibe eineinhalb Stunden im Supermarkt zugebracht habe, weil ich die Nährwertangaben nahezu aller feilgebotenen Waren studierte, als wollte ich mich damit bei „Wetten dass…“ bewerben, war es bereits zu spät. Die „Macke“ hatte sich manifestiert. Ich verlor Kilo um Kilo und dachte mir, tatsächlich, zunächst erst einmal gar nichts dabei – ich tat es einfach und war auf eine perfide Art happy darüber, obwohl ich schon vor dem Auftreten der Krankheit nur Kleidergröße 34/36 trug und nun wirklich ALLES nötiger hatte als eine Gewichtsreduktion.

Jetzt könnte man (tiefen-)psychologisch die Beweggründe untersuchen, die mich in die Magersucht geführt haben, obgleich bei meiner Familiengeschichte wohl kein Doktortitel von Nöten ist, um hierfür irgendeine Erklärung zu finden. Doch darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen. Vielmehr möchte ich mich einem Thema widmen, dass – so zumindest mein persönliches Empfinden – fast noch unangenehmer ist als die Magersucht an sich und worüber öffentlich kaum geredet wird: Nämlich dem, was passiert, wenn man die Krankheit endlich hinter sich lassen möchte. Also aufgepasst, liebe Mitstreiter/innen, deren Angehörige und Freunde:

Zunächst ging es meinem Tiefkühler an den Kragen. Mir wurde schon übel, wenn ich nur an die etlichen Tüten Wokgemüse (17kcal á 100g) dachte, die sich darin befanden. In meinen „Hochzeiten“ hatte ich aus diesem vor Verzehr wie das Aschenputtel auch noch die Erbsen aussortiert, weil diese in meinen Augen zu viele Kohlenhydrate enthielten. Die TK-Beutel wanderten ebenso in den Abfall wie der 0,1%-Joghurt, den ich mir hin und wieder mit Flüssig-Süßstoff und Zimt „gegönnt“ hatte. Zimt: Die Schokolade der Magersüchtigen – ihr wisst, wovon ich rede. Ich schwor mir, ab sofort das Kalorienzählen bleiben zu lassen und mich einfach wieder ganz „normal“ zu ernähren.

In dieser (sehr, sehr kurzen) Phase erlebte ich geradezu ein High. Ich war voller guter Vorsätze und unbedingt gewillt, endlich wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen, in dem sich nicht alles, wirklich ALLES, ums Thema Essen drehte. Ich mottete meine Waage im Keller ein und ging etwas essen. Gebratener Tofu (Öl!) mit Gemüse, Erdnusssauce (mehr Kalorien als Schokolade!) und Reis (Kohlenhydrate!). Ich aß die ganze Portion und löffelte sogar die Sauce komplett auf. Nachtisch (!): Russischer Zupfkuchen (Fett! Zucker!). Zu diesem Zeitpunkt wog ich etwa 40 Kg bei einer Größe von 165 cm.

(Bilder von mir aus dem Sommer 2016)

Natürlich hatte ich beim Essen doch überschlagen, wie viele Kalorien ich zu mir genommen hatte. Das tue ich heute noch und ich werde Tränen der Erleichterung weinen, wenn dieser Automatismus irgendwann, hoffentlich, verloren geht. Stolz wie Bolle verließ ich das Bistro und legte bei Nahkauf Brot, Käse, Eier, Bananen und Zuckerrübensirup auf das Band. Ungläubig beobachtete ich, wie die Kassiererin die Waren teilnahmslos über den Scanner zog und mir den Endbetrag nannte – bemerkte sie gar nicht, wie großartig verwegen, wie hedonistisch dieser Einkauf war? Ich trug meine Schätze heim, freute mich auf mein neues, altes Leben und machte mir zum Abendbrot Käsestullen und Spiegelei. Täglich nahm ich nun gut gelaunt etwa 2000 kcal zu mir. Das ging ungefähr eine Woche lang gut. Dann brach die Hölle über mich herein:

Ich setzte mich guter Dinge zum Frühstück an den Tisch und belegte mir ein Brot. Nachdem ich es gegessen hatte, verspürte ich noch immer Hunger. Ich aß ein Weiteres. Dann eine Banane. Ich fühlte, dass mein Magen mittlerweile gut gefüllt war, aber da war noch immer dieses Hungergefühl. Und hier spreche ich nicht von Appetit – das Hungergefühl war derart mächtig, ja geradezu aggressiv, dass mir die Adern an den Unterarmen hervortraten:

(hervortretende Adern vor/während einer Essattacke)

Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen außer: ‚Essen! Sofort!‘ Gern hätte ich mich nun mit einem Apfel begnügt, aber stattdessen griff ich quasi ferngesteuert zu dem Glas Zuckerrübensirup. Vier Zuckerbrote später fand ich mich vollkommen überfressen und ratlos an meinem Küchentisch wieder. Was war hier los? Ich war total K.O. und musste mich erst einmal auf die Couch legen und von dem Gelage erholen. Ich döste ein und kam etwa eine Stunde später zu mir, stand auf und: hatte Hunger. Das durfte doch nicht wahr sein! Vor meinem geistigen Auge ploppten wie in Sprechblasen Bilder von Streuselschnecken, gefülltem Bienenstich und Schokolade auf. War ich jetzt verrückt geworden?!

Mit aller Kraft widerstand ich diesem meiner Meinung nach absolut „unvernünftigen“ Hungergefühl und versuchte ihn mit Kaffee und Kippe zu überlisten. Ich hatte bereits einen Großteil meiner 2000 kcal zum Frühstück verdrückt – wenn ich jetzt schon wieder etwas aß, musste ich den Rest des Tages fasten (…was einem eine Essstörung halt so weismachen will). Ich versuchte mich abzulenken, wusch Wäsche, staubsaugte und zog mir schließlich meine Jacke über, um einen Spaziergang zu machen. Ich kam an einer Bäckerei vorbei und irgendetwas in mir kaufte eine Streuselschnecke. Ich atmete sie noch im Gehen förmlich ein, obwohl ich mir vorgenommen hatte, diese zumindest in Ruhe zu Hause vor dem Fernseher zu genießen, wenn mich schon dieser ominöse Drang nach der Kalorienbombe überfiel. Ich ging in den Supermarkt und kaufte 0,1%-Joghurt, damit ich zum Abendessen überhaupt noch etwas essen „durfte“ (…was einem eine Essstörung halt so weismachen will). Als mich zu Hause beinahe umgehend erneut der Hunger heimsuchte, langte ich aber stattdessen erneut ins Brotregal. Eine Scheibe jagte die nächste, bis die Tüte leer war. Ich saß über meinem leeren Teller und heulte.

Die nächsten Tage verliefen ähnlich. Ich berichtete meinem Psychotherapeuten davon. Er blieb – wie eigentlich immer – cool und brachte mich damit fast zur Weißglut. Ich war mir mittlerweile überzeugt, von der Magersucht in die Esssucht gerutscht zu sein. Symptomverschiebung eben. Mein Therapeut sagte mir, dass sich die extreme Kontrolle, die ich zuvor fast zwei Jahre lang praktiziert habe, nun ins Gegenteil verkehrt habe und sich mein Essverhalten mit der Zeit wieder „einpendeln“ würde. Ich solle das aushalten und keinesfalls restriktive Gegenmaßnahmen wie das Auslassen von Mahlzeiten oder exzessiven Sport ergreifen. Ich vertraue meinem Therapeuten blind und beschloss, mich auf dieses „Experiment“ einzulassen. Dennoch: Seine Antwort genügte mir nicht. Ich fühlte mich in meinen Essattacken fremdgesteuert, konnte ihnen nichts entgegensetzen und litt immens darunter, all die „verbotenen“ (…was einem eine Essstörung halt so weismachen will) Lebensmittel plötzlich sprichwörtlich in mich hineinstopfen zu müssen.

Ich googelte und stieß auf unzählige Diskussionsforen, in denen andere „Aussteiger“ ebenfalls von Essanfällen berichteten, denen sie sich ohnmächtig ausgeliefert sahen. Alle waren mit den Nerven am Ende und die Antworten auf ihre Hilferufe waren genauso hilfreich, wie sie auf solchen Portalen fast immer sind: „Such dir mal ne Therapie“, „Iss doch einfach, wenn du untergewichtig bist“, „Was für ein first world problem“…

In einigen Beiträgen erzählten Betroffene, dass die Anfälle nach einiger Zeit wieder verschwanden. In einem anderen aber, der mir bis heute wie Scheiße am Schuh im Kopf hängen geblieben ist, stand, dass die Autorin an diesen Attacken nun seit eineinhalb Jahren leide, sie mittlerweile 30 Kg Übergewicht hat und mit dem Gedanken spielt, sich das Leben zu nehmen. Kann ich nachvollziehen, wirklich. Ich hockte vorm PC, heulte und aß tafelweise Schokolade, ohne sie genießen zu können. Nahm ich Salat oder irgendein Gemüsegericht zu mir, schien es förmlich durch mich hindurchzufallen – und mein Körper schrie sofort wieder nach allem, was Fett und Zucker enthielt. Ich hatte die Kontrolle verloren.

Nach einem besonders heftigen Anfall zitterte ich vor Verzweiflung und Überzuckerung. Es war unerträglich und ich ging ins Bad, hockte mich über die Kloschüssel und steckte mir den Finger in den Hals. Glücklicherweise – und das meine ich ernst – habe ich irgendeinen Defekt von meiner Mutter geerbt und kann mich nicht übergeben. Ich hatte mal einen Magen-Darm-Infekt und mir sind beim Kotzen die Äderchen im Gesicht geplatzt. Ich sah tagelang aus wie einem Horrorfilm entsprungen. Selbstinduziertes Erbrechen ist mir schlicht und ergreifend unmöglich und das ist ein Segen, denn mittlerweile weiß ich, dass viele Magersüchtige, die der Krankheit den Kampf ansagen, bei Auftreten der Fressanfälle in die Bulimie und somit in einen Teufelskreis rutschen, der die Magersucht im Vergleich dazu wie eine leichte Aufwärmübung erscheinen lässt.

Eine Bekannte, der eben dies passiert ist, erzählte mir, dass die Fressattacke einfach nicht aufhört, wenn man die Nahrung wieder herauswürgt. Das führt dazu, dass sich die bemitleidenswerten Betroffenen mit einem Beutel voller Lebensmittel neben der Toilette positionieren und abwechselnd essen und erbrechen, essen und erbrechen. In ihren schlimmsten Zeiten sah sich meine Bekannte dieser Tortur bis zu 12 Stunden am Stück lang ausgeliefert.

Also bitte, bitte: Macht einen großen Bogen um die Kloschüssel und lügt euch auch nicht in die eigene Tasche, indem ihr euch sagt, ihr tätet es „nur dies eine Mal“ oder so ähnlich!

Die gesamten Herbstferien lang hielt ich noch durch. Mittlerweile lagen vier Wochen fressen und heulen, fressen und heulen hinter mir. An Verabredungen mit Freunden oder andere Freizeitaktivitäten war nicht zu denken. Täglich machte ich gut und gerne 5000 kcal platt und litt psychisch und physisch (mein Verdauungsapparat war absolut überfordert) Höllenqualen. Das Gefühl des absoluten Kontrollverlusts empfand ich mittlerweile als derart frappierend, dass Suizid für mich ernsthaft als Ausweg in Betracht kam.

Nun neigten sich die Ferien dem Ende entgegen und ich sollte als Referendarin gleich am ersten Schultag eine Lehrprobe absolvieren. Unter Auferbietung aller mir verbliebenen Kräfte brachte ich diese mit strahlendem Gesicht hinter mich – um am Nachmittag mitten in der Lehrerkonferenz in Tränen auszubrechen. Ich war fertig mit den Nerven, konnte die Anfälle nicht mehr ertragen und steuerte, wie viele in dieser Phase, umgehend wieder in die entgegengesetzte Richtung: Wieder Wok-Gemüse im Tiefkühler, tägliche strenge Jogging-Einheiten und generell Bewegung, wann immer sich die Gelegenheit dazu bot. Die Anfälle wurden weniger.

Jetzt weinte ich, weil ich wieder dort angelangt war, von wo ich auszubrechen versucht hatte. Auf Druck von Freunden ließ ich mich in der folgenden Woche krankschreiben und heulte nun zusätzlich, weil ich mich als Versagerin fühlte. Ich wälzte Fachliteratur und Websites, bis mir die Buchstaben vor den Augen verschwammen und fand keine Hilfe.

Ich finde es bemerkenswert, dass die allermeisten „professionellen“ deutschen Internetseiten dieses Phänomen bestenfalls verklausuliert behandeln. Auf der Homepage einer Praxis, die sich auf Essstörungen spezialisiert hat, heißt es: „Wenn Magersüchtige an Gewicht zunehmen, reagieren sie fast regelmäßig mit einer Depression. (…) Die somatisch-positiven Veränderungen erleben sie als Zeichen eines absoluten Kontrollverlustes.“ Erst hinterher erkenne ich die Unstimmigkeit in diesem letzten Satz. Wenn die „somatisch-positive Veränderung“, also die Gewichtszunahme, kontrolliert und freiwillig stattgefunden hat, warum sollte sich dann das Gefühl des „absoluten Kontrollverlustes“ einstellen? Steht hier eventuell etwas zwischen den Zeilen?!

Bald gab es keine Seiten und keine Foren im deutschsprachigen Raum mehr, die ich nicht auswendig zitieren konnte.

Ich studierte nun amerikanische Homepages und stieß auf letsrecover.tumblr.com. Unten auf der Seite findet sich eine Liste mit 12 Artikeln, unter anderem vom Eating Disorder Institute, die sich mit den „Ausstiegsproblemen“ aus einer Essstörung befassen. Der zweite Artikel sprang mir sofort ins Auge. Überschrift: „extreme hunger“. Die Abhandlung beschreibt, wie es zu diesem Phänomen kommt. Das zunächst freiwillige Erhöhen der täglichen Kalorienzufuhr ist für deinen Körper wie eine Art Weckruf. Die Hungersnot ist vorbei und er bemüht sich, so schnell wie möglich Reserven anzulegen, falls erneut eine Hungerphase auftreten sollte. Dein Körper hat das Vertrauen darin verloren, dass du ihn täglich mit einer ausreichenden Menge an Energie versorgst. Im Folgenden werde ich näher darauf eingehen.

In den 40er Jahren, als das Wort Ethik in Zusammenhang mit medizinischen Experimenten noch keine Rolle spielte, gab es eine Studie zu diesem Thema. Die Minnesota Starvation Study (auch dazu bietet die Website einen ausführlichen Artikel) setzte 120 kräftige, gesunde Männer in einem Laborexperiment auf Radikaldiät. Nach wenigen Wochen gab es nur noch ein Gesprächsthema unter den Kerlen, die sich zuvor nie an den heimischen Herd gestellt hatten: Essen. Sie tauschten Rezepte aus und fantasierten über ihre Lieblingsgerichte. Mit der Zeit entwickelten sie ein buntes Potpourri an Verhaltensauffälligkeiten, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, denn das Wichtigste ist: Nachdem das Experiment beendet wurde, startete bei allen von ihnen: Das große Fressen. Sie aßen und aßen und fühlten sich dennoch nie richtig satt. Als die Probanden fünf Monate nach Ende der Studie erneut untersucht wurden, hatte sich beim allergrößten Teil der Versuchsgruppe das Essverhalten wieder normalisiert.

(Teilnehmer der Minnesota Starvation Study. Quelle: http://letsrecover.tumblr.com/post/93484939160/the-minnesota-starvaton-study-you-are-still-not)

Auch hier treibt mir die Tatsache, dass einige der Männer weiterhin kalorientechnisch über ihrem Bedarf aßen, natürlich den Angstschweiß auf die Stirn. Dennoch: Diese Anfälle sind eine normale, körperliche Reaktion auf die Scheiße, die wir mit ihm angestellt haben. Das ist der Preis, den wir bezahlen müssen. Wir müssen sein Vertrauen zurückgewinnen. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch nach einer noch so schlimmen Attacke keine Mahlzeiten auslassen. Wir müssen dem Körper beweisen, dass das Nahrungsangebot von Dauer ist und solche Fressorgien nicht notwendig sind. Nur dann werden die Anfälle aufhören.

Wenn ihr selbst von einer Essstörung betroffen seid, werden euch diese Erklärungen nicht ausreichen. Die Begründung für das Auftreten der Essattacken, die, euphemistisch ausgedrückt, wirklich ein „einzigartiges Erlebnis“ sind, scheint schlicht zu simpel. Und die offenkundige Notwendigkeit, dem unkontrollierten und unkontrollierbaren Essen seinen freien Lauf zu lassen hat mich beinahe zu Tode geängstigt. Also habe ich mich weiter belesen und im Folgenden ein paar physiologische Fakten zusammengetragen, die mir und euch hoffentlich dabei helfen einzusehen, dass die Fressanfälle wirklich keine „Kopfsache“ oder Anzeichen für den Eintritt ins Binge Eating sind:

Das Hormon Leptin, das unter anderem für das Eintreten des Sättigungsgefühls zuständig ist, ist bei vielen Magersüchtigen bzw. Personen mit einer restriktiven Essstörung nicht in ausreichendem Maß vorhanden. Die Folge: Extremer Hunger (Fachausdruck: Hyperphagie). Steigt der Körperfettanteil, wird Leptin mit der Zeit wieder vermehrt produziert und wir dürfen uns irgendwann auch wieder satt fühlen. Ebenso spielt das appetitanregende Hormon Ghrelin eine Rolle: Es reguliert die Nahrungsaufnahme und wird in Hungerphasen von der Magenschleimhaut und der Bauchspeicheldrüse vermehrt ausgeschüttet. Die logische Folge auch hier: Extremer Hunger. Wird dem Körper über einen gewissen Zeitraum hinweg signalisiert, dass die Hungerperiode vorbei ist, wird die Produktion des Hormons zurückgefahren und wir brauchen keine Familienpizza mehr für uns allein. Gute Nachrichten, oder?

Eine „schlechte“ habe ich allerdings auch noch – ich möchte hier wirklich nichts verschweigen: Die Minnesota Staration Study und die etlichen Erfahrungsberichte, die ich gelesen habe, zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass wir in Bezug auf unser Körpergewicht erst einmal „über uns hinauswachsen“. PANIK, ich weiß…Geht mir genauso.
Aber auch hier gilt: Dieser unschöne Umstand hat nichts damit zu tun, dass wir uns nicht „zusammenreißen“ können. Der unbändige Hunger in der Phase der Gewichtszunahme hängt mit Signalmechanismen bezüglich der Produktion von Fettmasse und fettfreier Masse (z.B. Muskeln und Knochen) zusammen. Fettmasse wird VOR fettfreier Masse aufgebaut. Die „Restaurierung“ der fettfreien Masse findet also erst statt, nachdem unsere Fettzellen gefüllt sind. So kommt es zu einem temporären Gewichtsüberschuss.

Wir werden also auch dann noch Heißhunger haben, wenn wir unser Zielgewicht erreicht haben. Schöne Scheiße. Ich habe lange nach verlässlichen Daten darüber gesucht, wie lange man sich mit dem neuen Hüftspeck herumzuschlagen hat, muss euch und mich aber diesbezüglich leider enttäuschen. Nach allem, was ich gelesen habe, scheint mir aber ein Zeitraum von fünf bis acht Monaten durchaus realistisch. Danach pendeln sich dieses verdammte Hungergefühl und somit auch das Körpergewicht wieder ein und der Spuk ist vorbei.

Es kann sein, dass euch diese Fakten nicht genügen, um euch von dem nachvollziehbarer Weise auftretenden Gedanken, ihr könntet dennoch an einer Binge Eating Störung leiden, zu befreien. Jede/r, der in dieser Phase des Heilungsprozesses den Begriff „Binge Eating“ gegoogelt hat, muss unweigerlich zu diesem Ergebnis kommen. Alle Symptome treffen zu: Wir essen unkontrolliert, außerordentlich viel, in außerordentlich kurzer Zeit, aus Scham am liebsten allein und fühlen uns hinterher deprimiert und schuldig. Das Problem mit dem Binge Eating ist, dass dieses in Deutschland nicht als eigenständige Krankheit anerkannt wird. Es gibt keinen Diagnoseschlüssel. Binge Eating wird lediglich unter den „nicht näher bezeichneten Essstörungen“ (F 50.9) aufgelistet. Das führt zu, je nach Quelle, unterschiedlichen Definitionen und somit auch dazu, dass der Begriff nicht klar abgegrenzt wird. Die Amerikaner sind uns hier (mindestens) einen Schritt voraus: Unter DSM-5 werden die Symptome für diese Essstörung definiert – und zwar mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die genannten Diagnosekriterien NICHT auf Personen anzuwenden sind, die sich von den Krankheiten Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa oder anderen restriktiven Essstörungen erholen.

Am Ende des Artikels findet ihr eine Liste mit Websites, denen ich diese Informationen unter anderem entnommen habe und solchen, die mir auf Grund der dort zu findenden Erfahrungsberichte geholfen haben, nicht wahnsinnig zu werden.

Ich habe eine Entscheidung getroffen: Ich werde nicht unglücklich bleiben, nur weil es einfacher ist. Denn irgendwann ist es tatsächlich leichter, mit der Krankheit zu leben als den beschwerlichen Weg zur Genesung anzutreten. So habe ich vor einigen Wochen erneut das „Experiment“ gestartet. Wieder trat wenige Tage, nachdem ich die Kehrtwende in Richtung erhöhter Kalorienzufuhr gemacht hatte, der Heißhunger auf. Ich will ehrlich bleiben: Die Magersucht ist ein Spaziergang im Gegensatz zu dem, was ich hier erlebe. Jeden Tag schiebe ich, trotz allem was ich nun weiß, die böse, kleine Stimme beiseite, die mir einreden möchte, dass ich nun ein Leben als Binge-Eater führen muss oder dass es sich bei meinen Anfällen um emotionales Essen handelt. Schon einmal habe ich auf eine böse, kleine Stimme gehört: Die hat mir damals gesagt, ich dürfe nicht mehr als 1200 kcal am Tag zu mir nehmen und müsse außerdem jede Menge Sport treiben, um unbedingt ins Energiedefizit zu gelangen. Ich war nicht gut damit beraten, ihr zu glauben und diesen Fehler mache ich kein zweites Mal…Gut, das mit dem gesunden Maßhalten beim Sport hab ich noch nicht drauf – aber wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.

Mittlerweile überkommen mich die Anfälle nicht mehr bei jeder Mahlzeit und ich kann sogar schon ein paar anfallfreie TAGE verbuchen. Ich esse und heule und esse und heule. Mal mehr, mal weniger.

Vor ein paar Tagen habe ich eine mehrstündige Unterhaltung mit einem Freund geführt und hinterher verblüfft festgestellt, dass ich während der gesamten Zeit nicht an Essen gedacht habe. Das hat es seit zwei Jahren nicht gegeben.

Ich wiege derzeit 49 Kg, mein Körper fühlt sich fremd an und ich habe Schwierigkeiten damit, mich im Spiegel anzuschauen. Die Veränderungen in meinem Kopf kommen denen meines Körpers nicht schnell genug hinterher – obwohl ich es nie „schön“ fand, dass ich aussah wie ein Skelett auf zwei Beinen…

Aber: Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass mein Herzschlag sich plötzlich verlangsamt und ich befürchten muss, dass es seinen Dienst versagt. Ich friere nicht mehr ständig. Nachts wache ich nicht vor Schmerzen auf, wenn die knorrigen Knie aufeinander liegen. In der U-Bahn werde ich nicht mehr angestarrt. Vor ein paar Tagen wurde ich das erste Mal nach langer, langer Zeit auf der Straße wieder von einem Mann angelächelt. So falsch kann der Weg also nicht sein, auf dem ich mich befinde.

Und eines möchte ich noch an alle Angehörigen und Freunde von Betroffenen loswerden, obwohl ihr es euch nun vielleicht schon denken könnt: Wenn ihr seht, dass „eine/r von uns“ an Gewicht zulegt, sagt nicht: „Schön, dass es dir besser geht.“ Das tut es nämlich häufig ganz und gar nicht. Wir fühlen uns im Zweifelsfall kränker als je zuvor und haben eure Hilfe gerade dann dringend nötig. So schnell ist die Sache, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht gegessen.

Nachtrag – April 2017:

Unglaublich, aber wahr: Ich habe es mir zwar nicht vorstellen können, aber das große Fressen hat tatsächlich ein Ende gefunden. Nach zunehmend abnehmender Frequenz bin ich nun seit mehr als einem Monat komplett „anfallfrei“ und wage es nun langsam, dem Frieden zu trauen.

Traut euch, durchzuhalten!

Und um weiterhin so ehrlich zu bleiben, wie ich es auch bisher war, muss ich aus persönlicher Erfahrung heraus noch eine Warnung absetzen: Wenn die unfreiwillige Völlerei vorüber ist, ist die Versuchung hoch, wieder in „alte Muster“ zu verfallen – der innere Drang, sich selbst durch anorektische Verhaltensweisen seiner wiedergewonnenen Autonomie zu versichern, ist stark.

Ich habe dadurch bereits wieder zwei Kilo verloren und nun meine liebe Müh, mir diese (dringend notwendigen!) wieder zurück zu erkämpfen. Wir müssen also auch weiterhin wachsam bleiben und dürfen uns keinesfalls in die eigene Tasche lügen…

PS: 2017 ist das Buch „FRISS ODER STIRB“ von mir erscheinen. Zynisch, ungefiltert, ungeschönt – so, wie Magersucht eben behandelt werden muss. 

Und hier noch die versprochenen Links gegen den Wahnsinn:

http://letsrecover.tumblr.com/

https://www.psychologytoday.com/blog/hunger-artist/201402/recovering-anorexia-how-and-why-not-stop-halfway

https://everythingedrecovery.com/tag/extreme-hunger/

http://everythingeatingdisordered.tumblr.com/post/75096643327/extreme-hunger-in-recovery-from-a-restrictive

http://www.lifewithoutanorexia.com/2013/12/extreme-hunger.html

https://www.quora.com/Anorexia-recovery-what-causes-extreme-hunger

https://beautybeyondbones.com/2015/05/28/the-truth-about-exercise-in-recovery/

29 Antworten auf „Das große Fressen“

  1. Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst! Mir hilft es extrem, zu lesen und zu wissen, dass ich mit diesem großen Hunger nicht alleine bin. So wie du sagst – die Magersucht ist einfacher als dieser extremer Hunger. Bei mir ist es oft jedoch so, dass ich selbst bei extremen Hunger noch stark einschränke, mir viele Lebensmittel verbiete und hauptsächlich „sichere“ Dinge esse, wie Naturjoghurt, Haufenweise Obst und Gemüse. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich während meiner Magersucht für ein halbes Jahr eine Binge eating-Phase hatte, die genauso war, wie du beschreibst (einfach nur unkontrolliert Zucker und Fett in sich hineinstopfen). Daraufhin hab ich schbell zugenommen, war danach schockiert und hab wieder abgenommen, mehr als zuvor und jetzt versuche ich seit 4 Monaten wieder zuzunehmen und bewusst mehr zu essen und jetzt hat dieser starke Hunger begonnen 🙁 Es ist wirklich gruselig, vor allem habe ich das Gefühl, dass er von Tag zu Tag mehr wird. Ich hoffe es gekt schnell vorbei! Und dein Buch habe ich gestern bestellt – bin schon gespannt darauf, es zu leswn❤️

  2. Liebe Larissa, es freut mich sehr daß Du den fiesen Kampf erstmal gewonnen hast, drücke die Daumen daß es weiter klappt

    Ich weiß von was ich spreche! bin 51 Jahre und kämpfe seit 30 Jahren. Lange Zeit war ich mir der Krankheit nicht bewußt, nach Zusammenbrüchen etc Klinikaufenthalt-wie so oft ohne Erfolg-die Strategie der Kliniken uns zu mästen und 1x pro Woche ein Gespräch mit einem persönlichen Psychologen abzuhalten ist einfach nicht der richtige Weg!
    Mit der Unterstützung meiner tollen verständnisvollen Mama meistere ich mein Leben mittlerweile leidlich-habe gute+schlechte Phasen.
    Dein Bericht über die Fressanfälle hat mir wieder mal ein bißchen Mut gemacht, stecke grade wieder in einer schlechten Phase- viel abgenommen in kurzer Zeit !merke dank meines mittlerweilen doch fortgeschrittenen Alters daß zu wenig kg gar nicht gehen! Das wieder zunehmen gestaltet sich insofern nun wieder schwer da es auch oft in Fressattacken endet und ich mich super schlecht deswegen fühle (maßlos,verfressen,nicht im Griff).
    Deine Erfahrung zeigt mir daß ich hiermit nicht allein bin und daß dies vor allem eine NORMALE Reaktion des Körpers ist
    Danke dafür

    Viele liebe Grüße
    Manuela

    PS-kleiner Kommentar zu ULRIKE-Der Kommentar hat mich entsetzt! es ist mehr als nachvollziehbar daß ein gesunder Mensch eine Magersüchtige nicht verstehen kann. Aber ein bißchen Einfühlungsvermögen für eine Krankheit die man sich bestimmt nicht freiwillig ausgesucht hat wäre wünschenswert! Zeigt mal wieder daß Intelligenz (studiert) nichts mit Menschlichkeit und Empathie nichts zu tun hat

  3. Liebe Larissa,
    meine Tochter hat auch eine Essstörung, zuerst eine atypische Essstörung und anschließend ist sie in eine Aneroxie gerutscht. Sie war ca. 6 Monate untergewichtig. Seit 1,5 Monaten leidet sie unter extremen Hunger – wie du das auch beschrieben hast. Sie hat in dieser kurzen Zeit ca. 15-20 kg zugenommen. Darüber ist sie sehr frustriert und deprimiert und würde – wenn sie könnte – am liebsten zurück in die Magersucht. Hattest du auch unter so enormen Gewichtszunahme zu leiden? Noch dazu scheint die Gewichtszunahme noch nicht gebannt zu sein. Meine Tochter hält diesen Zustand fast nicht mehr aus. Ich weiß nicht wie man ihr helfen kann. (Psychotherapie macht sie auch, aber das hilft ihr bei diesem Problem nicht.
    Liebe Grüße,
    Astrid

  4. Liebe Larissa,

    ich bin Dir so dankbar für diese offenen, ehrlichen Worte! Jetzt habe ich keine Angst mehr, dass meine Anfälle nicht normal sind!

    Ich kämpfe seit 4 Jahren mit meinem Gewicht – das Minimum waren 47 kg bei 1.79 m! Momentan sind es ca. 54 kg und ich möchte endlich wieder frei und unbeschwert leben!

    Nach meinem Klinikaufenthalt (11 Wochen) lag mein Entlassgewicht bei gut 60 kg, ich sollte aber die 65 – 68 kg anstreben…!

    Momentan gibt’s bei Süßem kein Halten mehr…! Schokolade geht Tafelweise und auch bei Kuchen und Keksen finde ich kein Ende. Das macht mir Angst!!!

    Liebe Grüße
    M.

  5. Der Text ist wundervoll und lehrreich!
    Es ist Wahnsinn wie viele hier davon berichten, aber alle vom Untergewicht nur paar Kilo bis zum maximal Normalgewicht erreichen..
    Ich hab in 8-10 Wochen Attacken ca 30kg zugenommen und bin von Untergewicht ins absolute Übergewicht gekommen.mein Körper dreht total hohl, die Ärzte und meine Familie auch.. ich fühle mich so unwohl und es ist Sommer :O
    Gibt es denn da einen Weg? Ärzte etc. habe ich alle schon konsultiert aber ohne Erfolg 🙁
    Ich bemühe mich und versuche alles um einfach im normalen Bereich zu sein!

    Ich wlre dankbar für Ideen und Ratschläge 🙂

    1. Liebe Sonji,
      mir geht es genau gleich. Ich hatte zwar nie Anorexie, bin aber in die Orthorexie abgerutscht. Ich wog bei 1,60 cm 43 kg – jetzt wiege ich fast 60 kg, obwohl ich früher immer ca. 55 kg gewogen habe. Ein Schlüsselerlebnis ließ mich von einen Tag auf den andere alle sin mich reinstopfen, das nicht niet- und nagelfest war. Ich habe binnen kürzester Zeit alle Vorräte zu Hause aufgegessen. Das war Ende Juni diesen Jahres. Die Fressanfälle habe ich nun schon seit über 2 Monaten und es wird nicht besser. Ich nehme jede Woche konstant zu und es geht mir sehr nahe. Und ich möchte auch nicht total ins Übergewicht rutschen… 🙂

  6. Liebe Larissa,

    danke für diesen Bericht. Ich bin nun seit 8 Jahren magersüchtig und habe nach meinem letzten Krankenhausaufenthalt mit Zwangsernährung durch die Magensonde beschlossen, mir helfen zu lassen und in eine Klinik zu gehen. Um das Mindestgewicht zu erreichen, habe ich wieder gegessen und auch bei mir kamen diese Anfälle, sodass ich schon dachte, jetzt fresssüchtig zu sein. Nun bin ich etwas erleichtert.

    An Ulrike : Ihre Vorurteile sind sehr erschreckend. Natürlich weiß man, was man anderen damit antut. Das Schlimme ist ja, dass man 1000 Gründe hat, wieder normal zu essen und zu leben, aber es einfach nicht kann. Das ist, wie jemandem mit Tourette-Syndrom vorzuwerfen, dass seine Aussage beleidiged sind. Ich hoffe, ich werde in der Klinik nicht mit Personal konfrontiert, dass so denkt wie Sie. Und das Leid meiner Familie war übrigens der Hauptgrund, mich für die Klinik zu entscheiden, obwohl ich eine Heidenangst habe.

    1. Liebe Lele,

      danke für deinen Kommentar! Es freut mich wirklich sehr, dass ich dir zumindest einen Teil deiner Ängste mit meinem Beitrag nehmen konnte.
      Falls du in der Klinik wirklich in die ganz und gar nicht wünschenswerte Lage kommen solltest, mit Leuten wie Ulrike konfrontiert zu werden, dann schreib mir doch bitte. Nur allzu gerne mache ich das dann öffentlich! 😉

      Viele Grüße
      Larissa

      1. Liebe Larissa,

        obwohl es jetzt schon länger her ist und ich gar nicht weiß, ob du die Kommentare noch liest, wollte ich mich noch einmal bei dir bedanken. In der Klinik hatte ich großes Glück und konnte dort einen gewaltigen Schritt in Richtung „Gesundung“ machen. Trotzdem habe ich auch jetzt gelegentlich noch mit Essanfällen zu kämpfen. Wann immer das vorkommt, lese ich mir erneut die entsprechenden Kapitel deines Buches durch und das gibt mir viel Halt. Und du hast völlig recht: Es wird besser. Inzwischen bin ich oft wochenlang ohne Anfälle.

        Ich hoffe, das macht auch anderen Betroffenen Mut. Lasst es zu, dass euer Körper sich wieder regulieren kann, auch wenn es schwer ist. Man wird zunehmen und das ist nicht gerade angenehm, aber man gewinnt auch Lebensfreude zurück. Die Kraft, tanzen zu gehen, Freunden zuzuhören und endlich zu leben.

        Liebe Grüße
        Lele

        1. Liebe Lele,
          natürlich lese ich die Kommentare noch 🙂 Es freut mich riesig, dass es dir besser geht und ich wünsche dir von Herzen weiterhin alles, alles Gute!

          Viele Grüße
          Larissa

          1. Danke, ich dir auch 🙂 Es ist sehr mutig, dass du über diesen unangenehmen Teil der Krankheit oder besser gesagt des Kampfes dagegen geschrieben hast. Ich habe das Gefühl, dass diese Nebeneffekte nun im Bewusstsein der Menschen ankommen (siehe auch die wachsende Popularität von Minnie Maud) und hoffentlich muss man als Betroffener auch irgendwann nicht mehr auf Kommentare zur schnellen Zunahme etc. antworten, als ob das Ganze nicht schon hart genug wäre.

            Also vielen, vielen Dank

  7. Hallöle,

    auch ich kämpfe seit über 2 Jahren gegen die Anorexie. Als jemand, der davor eher Typ „Frustfresser“ mit dementsprechendem Aussehen war, ist die Aussicht auf FAs natürlich ziemlich unheimlich. Allerdings bin ich seit Wochen am Auffüttern, hab bereits etwas zulegen können – und warte… und warte… aber der extreme Hunger bleibt aus. Muss ich damit rechnen, dass er evtl. später noch zuschlägt oder gibt es auch Fälle, in denen es einfach nicht passiert?
    LG 🙂

    1. Hi,
      ich kenne persönlich auch zwei ehemalige Magersüchtige, die zu den „Glücklichen“ (man beachte die Anführungszeichen!) gehören, die es ohne Fressanfälle aus der Anorexie geschafft haben. Warum das so ist? Keinen blassen Schimmer. Aber offenbar betrifft „das große Fressen“ in der Tat zwar den allergrößten Teil der Patienten, aber eben nicht alle. ich drücke dir also natürlich alle Daumen, dass du weiterhin freiwillig an Gewicht zulegen kannst und von dieser Tortur verschont bleibst. Sollte sich das ändern, bin ich jederzeit für dich ansprechbar, wenn du einen Kummerkasten brauchst 🙂
      Viele Grüße!

  8. Hallo!
    Ich schreibe heute zum allerersten Mal einen Kommentar zu einem Internet Beitrag.
    Aber nachdem ich heute – mal wieder – gefressen und geheult hab…
    nun ich heule jetzt auch vor dem Laptop – aber vor Dankbarkeit:
    1) jaaa, es versteht mich jemand
    2) nein, ich bin nicht verrückt oder willensschwach
    3) das gibt’s wirklich und es ist NORMAL
    Wie oft ich für diesen ehrlichen und sehr gut erklärten/begründeten Artikel „Danke“ sagen möchte, kann ich gar nicht ausdrücken.
    Es wird vorbei gehen. Das hilft mir, das ganze Elend vielleicht etwas entspannter zu sehen. Denn es stimmt: Ja, ich sehe mit ein paar Kilos mehr auf den Rippen besser aus. Aber es fühlt sich definitiv nicht so an. Eher so nach „schwangeres Nilpferd“ (aber die sind nicht 1,72 m gross und wiegen 52 kg).

    Nochmal vielen, vielen, vielen Dank!!
    T.

  9. Liebe Larissa,
    Auch mir half dein Artikel. Ich kämpfe seit vier langen Jahren gegen die Krankheit. Beruflich habe ich mich neu orientiert und brach das Lehramtstudium ab. Mein Freund und ich trennten uns..Es hat mir gezeigt,dass es mein Weg ist und Druck von oder Beweggründe im Außen nicht helfen..
    Gerade habe ich einen weiteren Klinik Aufenthalt hinter mir und bin mit täglichen Anfälle, mutigen Versuchen, Hilflosigkeit. Verboten und Energie sowie Angst konfrontiert. Gerade fühlt sich kein Weg richtig an und vielleicht ist gerade das das Gefühl, dass mich hinein trieb in die Magersucht.. Zum Glück steht meine Schwester mir zur Seite. Der Unterschied zur Klinik, wo die Tagespläne auch um 3000 kcal +/- lagen um kontrolliert Gewicht aufzubauen, ist, dass jede Gewichtsabnahme durch Essanfälle seht unkontrolliert erscheinen. Das sind sie auch! Nur genau das ist ja das Ziel..loslassen! Aufs Gefühl hören auch wenn es sagt: Familienpizza.
    Heute weinte ich viel, weil es so anstrengend ist aber allein der Austausch über diese Verzweiflung mit sich, half mir.
    Lieben Dank und alles Gute

    1. Liebe Johanna,
      danke für deinen Kommentar. Es tut mir leid zu hören, dass es dir momentan nicht gut geht – aber dennoch lese ich aus deinen Zeilen heraus, dass du Willens bist, weiter zu kämpfen. Dafür drücke ich dir von Herzen die Daumen und kann dir (so wenig tröstlich es aktuell erscheinen mag) nur sagen: Es lohnt sich!
      Alles, alles Gute und die besten Grüße zurück
      Larissa

  10. Liebe Larissa,

    ich möchte einfach danke sagen! Ich habe schon unendlich viel gelesen, über minnie maud, extreme hunger, alles alles alles. Aber niemals hat ein Erfahrungsbericht oder ähnliches meine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse passender getroffen, als dein Weg. Selbst die Kleinigkeiten, wie zu versuchen diesen absurden Hunger mit Kaffee zu stoppen. Ich bin jetzt seit zwei Wochen in dieser „Fressphase“.
    Wie viele andere vor mir frage auch ich mich, wie es dir gerade geht und was sich bei dir tut. Wenn es dir nicht zu lästig ist, würde ich mich sehr über eine private Antwort freuen 🙂
    ich finde, es hilft so sehr, sich auszutauschen. Es hilft, mit der Angst umzugehen.
    Ich hoffe, dir geht es gut. Du kannst so stolz auf dich sein!

    1. Liebe Lea,
      danke für deine Nachricht! Natürlich lasse ich dir über deine Mail-Adresse eine Nachricht zukommen und wünsche dir schon jetzt auf diesem Wege alles, alles Gute und viel Durchhaltevermögen! Es wird besser!!!

  11. Liebe Larissa,

    ich bin so unendlich dankbar, dass ich über den Artikel im SPIEGEL zu dir gestoßen bin!

    Ich kann mich den Worten vieler meiner Vorredner/-innen anschließen: ENDLICH sprich mal jemand über den Horror des „Danachs“ – wie du schon schreibst, die „aktive“ Zeit der Magersucht ist ein Spaziergang dagegen! Müsste ich alle Zeilen deines Blogeintrags markieren, in den ich mich wiederfinden, müsste ich fast den ganzen Text in das Kommentarfeld kopieren.

    So kann ich einfach nur DANKE sagen – für deine Offenheit, deine schonungslose Darstellung – die so vielen Betroffenen eine echte Hilfe ist! Ich bin so gespannt auf dein Buch!

    Ich möchte mich jetzt auch bereit machen für den steinigen Weg, der vor mir liegt. In erster Linie bedeutet es für mich, mich in „radikaler Akzeptanz“ zu üben und zuzulassen, dass mein Körper sich das holen darf, was er braucht. Noch weiß ich nicht so genau, ob mir mein großer Traum dabei hilft: Im Herbst den New York Marathon zu laufen! Denn ich weiß, dass ich dieses Ziel nur erreiche, wenn mein Körper 100% fit ist. Und dazu gehört nicht nur gutes Training, sondern auch gefüllte Energiespeicher und genügend „Reserven“. Ich wäre neugierig, was du dazu meinst.

    Ich lasse dir ganz liebe Grüße da und wünsche dir auch ganz viel Kraft für deinen weiteren Lebensweg! Keep going!

    Felicitas

      1. Hallo Larissa!

        Ich bin gerade in meiner dritten Klinik und fühle mich hier wie in den beiden anderen Kliniken sehr unverstanden.
        Begonnen hat alles mit meiner Magersucht ab Oktober 2019. Bis März 2020 hatte ich mich auf 38 kg runtergehungert und endlich beschlossen mir helfen zu lassen. Bereits bevor ich mich zur Therapie entschloss, hatte ich ab und zu Essanfälle, allerdings noch im normalen Rahmen. Auch während meines Aufenthalts hatte ich Essanfälle, die langsam immer häufiger kamen und unkontrollierbar schienen. Als ich mich im Internet über extremen Hunger informierte und dein Buch las, beschloss ich, meinem unbändigen Hungergefühl nachzugeben. Das klappte zunächst ganz gut und ich hatte Freude daran, all die Lebensmittel wieder essen zu dürfen, die ich mir so lange verboten hatte. Doch nach meiner Entlassung (immer noch im Untergewicht) wurde es immer schlimmer, bis ich alle zwei Stunden große Mengen aß. Auch nachts stand ich mehrmals auf, um zu essen. Nach vier Tagen war ich körperlich wie psychisch am Ende und wollte nicht mehr leben.

        Ich kam in Klinik Nr. 2, wo mir ein „normaler “ Essplan erstellt wurde, den ich ohne Abweichungen verfolgen sollte. Man sagte mir, ich solle nicht darauf hören was im Internet steht, es sei ungesund so große Mengen zu essen. Ich drehte beinahe durch, weil ich so Hunger hatte und die Klinik so abgeschieden war, dass ich nicht an Essen rankam. Die verhältnismäßig kleinen Mengen reichten nicht mal im Ansatz, um mich satt zu machen. Wobei ich langsam das Gefühl hatte, kein Sättigungsgefühl mehr zu haben…Egal wieviel ich zu Hause gegessen hatte, es war einfach nie genug. Nach einer Woche Panikattacken und einer Gewichtsabnahme von 500g entschied ich mich dazu, mich auf eigene Faust zu entlassen. Mein Ziel: weiter fressen.
        Als ich jedoch daheim ankam und für mein nächstes Gelage einkaufe, spürte ich bereits, dass ich das Fressen verlernt hatte. Und so war es: ich schaffte es einfach nicht beim Essen loszulassen und hatte einen für meine Verhältnisse sehr kleinen Essanfall. Danach fühlte ich mich physisch und psychisch so schlecht, dass ich beschloss, mich umzubringen. Was am darauffolgenden Tag passierte, will ich nicht in allen Einzelheiten beschreiben. Fakt ist: wie durch ein Wunder überlebte ich…
        Danach landete ich wieder in Klinik Nr. 1 und schaffte es, meinen Hunger auf einen Essanfall am Tag zu beschränken (hier gab es einen Supermarkt gegenüber). Dazwischen war ich sehr unruhig und nervös, hangelte mich von Mahlzeit zu Mahlzeit. Auch hier wieder die Devise: Du musst/kannst diese Essanfälle stoppen wenn du nur stark genug bist. Ich fühlte mich unglaublich unverstanden, denn keiner konnte auch nur ansatzweise nachvollziehen, was für starke Kräfte mich zu diesen Anfällen trieben.
        Durch die täglichen Essanfälle nahm ich jedoch bis zum Normalgewicht zu und war auf dem besten Weg ins Übergewicht. Bei meiner Entlassung hatte ich sicher Übergewicht, kann es jedoch nicht mit Sicherheit sagen, da ich mich in der Zeit nicht mehr auf die Waage traute.
        Mittlerweile bin ich in Klinik Nr. 3, diesmal wegen der Essanfälle (um diese in den Griff zu kriegen und einen weiteren Suizidversuch zu verhindern). Ich habe mein Gewicht inzwischen angeschaut und auch schon etwas abgenommen. Trotzdem bin ich extrem unzufrieden mit meiner Figur (10kg mehr als vor der Anorexie) und der extreme Hunger ist noch nicht mal in Ansätzen vorbei. Hier heißt es jetzt hinter dem Hunger steckt ein anderes Bedürfnis, andere Patienten hätten doch auch ohne Essattacken wieder zugenommen usw. Ich fühle mich so entwürdigt! Was kann ich denn dafür dass ich das Pech habe, extremen Hunger durchmachen zu müssen und andere nicht?! Das ist so unfair, mich mit anderen zu vergleichen die dieses Phänomen nicht zeigen. Jedenfalls bin ich sehr froh über deinen Artikel und dass es noch andere gibt, die das gleiche erfahren/erfahren haben. Ich finde es so eine Schande, dass dieses Problem in Kliniken totgeschwiegen wird einfach nur deshalb, weil es keine einfache Lösung dafür gibt. Man fühlt sich so unglaublich allein gelassen damit. Ich wünschte ich hätte mehr Verständnis vonseiten der Fachleute in den Kliniken und dass das Thema endlich auch bei den „Experten“ für Essstörungen ankommt.
        Ich für mich habe beschlossen, gegen meinen Hunger anzukämpfen (obwohl davon in der Recovery-Szene abgeraten wird). Einfach deshalb, weil ich es schaffe und ich Angst vor einem weiteren Suizidversuch habe…nochmal wird mir das Leben sicher nicht geschenkt. Außerdem halte ich nicht einmal den Gedanken daran aus, auch nur noch 500g zuzunehmen. Ich bin meiner Meinung nach eh schon zu dick (obwohl faktisch inzwischen wieder im Normalgewicht), sodass es einfach der Horror für mich wäre, wieder zuzunehmen (und das würde ich wenn ich meinem unglaublichen Hunger nachgeben würde!)
        Dennoch denke ich oft darüber nach, wie es wäre, mal wieder loszulassen und meinem Körper all das zu geben, was ich ihm so lange verwehrt habe. Und ich ziehe den Hut vor dir und vor allen, die es geschafft haben/schaffen, sich ihren Ängsten zu stellen. Ich bin einfach zu schwach dafür…
        Inzwischen habe ich den Extremhunger bereits 5 Monate und hoffe darauf dass die Aussage meiner Ärztin eintrifft, dass der extreme Hunger auch so wieder verschwindet, wenn ich ihm nicht nachgebe. Danke für deinen aufmunternden Beitrag, er ist für den ein oder anderen sicher der Anstoß zum gesund werden!
        Weiterhin alles Liebe und Gute,
        Lena

  12. Liebe Larissa,
    ich bin unglaublich dankbar endlich einen so ehrlichen und schonungslosen Artikel wie deinen zu lesen. Ich bin schon sehr gespannt auf dein kommendes Buch!! Leider stecke auch ich in einem mir eigens gebautem Gefängnis fest, aber solche Texte ermutigen einen dann doch zum Kämpfen & dass man nicht alleine ist…. was mich aber sehr interessieren würde, wäre ein neues „Statusupdate“ – wie geht es dir mittlerweile und hat sich dein Essen normalisiert und auch ggf. die Zunahme ? Bzw. hast du nach wie vor diesen extremen Hunger und Essanfälle ?
    Wäre über eine Antwort sehr dankbar.
    Liebste Grüße & alles Gute

    1. Liebe Julia,
      danke für deinen Kommentar! Es tut mir sehr leid zu hören, dass dich die Magersucht ebenfalls erwischt hat…
      Hier kommt dein gewünschtes Statusupdate: Die wirklich immensen Essanfälle, die mir in der „Ausstiegsphase“ wirklich das Leben zur Hölle gemacht haben, sind vorüber. Ich befinde mich mittlerweile im (wenn auch unteren) Normalgewicht und komme damit gut zurecht. Aber ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich nun frank und frei durch die Gegend laufe und ein Stück Sahnetorte nach dem nächsten esse. Nach wie vor gibt es Lebensmittel, die ich meide wie der Teufel das Weihwasser und im Supermarkt landet noch immer alles, was den Zusatz „light“ trägt, in meinem Einkaufskorb. Meistens gelingt es mir aber, dann nur milde zu lächeln und den Kopf über mich zu schütteln – diese „Macken“ sind doch ein Klacks im Vergleich zu dem, was man als „aktiver“ Anorektiker durchzustehen hat.
      Insofern befinde ich mich weiter auf einem guten Weg und kann mir im Moment (und hoffentlich auch niemals wieder) nicht vorstellen, wieder in die Magersucht „zurückzukehren“.
      Ich hoffe, dein „Kampf“ gegen die Krankheit wird bald erfolgreich sein – auch wenn ich das Wort „Kampf“ in dem Zusammenhang etwas schwierig finde. Denn da die Krankheit in dir sitzt, würde das bedeuten, dass du einen Kampf gegen dich selbst führst und den kann man eigentlich nur verlieren. Ich konnte erst dann meinen Weg zur Genesung antreten, als ich mich in mein „Schicksal“ ergeben habe und diese furchtbaren Essattacken zuließ. Mein Körper konnte sich dadurch nehmen, was er dringend brauchte und wieder „Vertrauen“ in mich bzw. eine regelmäßige Versorgung gewinnen. Zugleich war das auch eine Art Schocktherapie, denn wenn man über mehrere Wochen hinweg täglich tafelweise Schokolade in sich hineinstopft, lässt einen hinterher ein Kinderriegel zwischendurch nicht mehr so schnell in Angstschweiß ausbrechen 😉
      Ich hoffe, ich konnte deine Fragen damit beantworten – ansonsten kannst du mir natürlich jederzeit wieder schreiben!
      Viele liebe Grüße und alles Gute
      Larissa

  13. Liebe Larissa,

    Dein Text ist ergreifend, deine Beschreibungen der Krankheit nachvollziehbar erklärt und gleichzeitig bestechend ehrlich und geradeheraus. Ich finde es verblüffend, dass die meisten Kommentare hier von anderen Betroffenen sind. Ich selbst hatte nie eine Essstörung, kann aber Dank Euch jetzt viel besser verstehen, wie sich das anfühlen muss. Dafür vielen Dank!
    Ich finde auch die andere Seite z.B. von Ulrike interessant, wie sie beschreibt, dass sie (offenbar wiederholt) belogen wurde. Ist das möglicherweise manchmal ein Teil der Krankheit?
    Schade, dass nur so wenige Menschen so offen über ihre Schwächen sprechen/schreiben, wie zum Beispiel wenn ihr Eurem Gegenüber nicht sagt, dass ein „Du siehst schon viel gesünder aus“ bei Euch ankommt wie „jetzt bist du fett“. Redet darüber, auch mit uns Außenstehenden. Ich möchte gerne verstehen, was Euch bewegt, auch wenn es etwas ist, was Euch Eure Essstörung halt so weismachen will. Bitte lasst euch nicht entmutigen, von denen, die Euch nicht verstehen und verurteilt sie nicht. Verurteilt auch Euch selbst nicht! Wer Schuld hat ist nämlich am Ende völlig egal. Wichtig ist, aus Eurer Situation das Beste zu machen, ganz egal wie es dazu kam.

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